Gesundheit ist ein wichtiges Stück Lebensqualität. Zum Erhalt sollte man den Gang ins Fitnessstudio ernsthaft erwägen.
Zwischen Lauch und Birne
Am Anfang meines Studiums hatte ich Untergewicht. Bei einer Körpergröße von 1,83 Metern wog ich gerade mal 65 Kilogramm. Wichtig zu wissen ist, wie ich mich in der Zeit davor ernährt habe. Sowohl in der Oberstufe als auch im Zivildienst zählte ich mich zu den Vegetariern. Ein nicht unwesentlicher Teil meines Gehalts als Zivildienstleister ließ ich im Bioladen. Gute Ernährung fand ich wichtig. Meine Zeit als Vegetarier endete mit einer Zwiebelpizza, die tatsächlich eine Thunfischpizza war. Ich musste feststellen, dass mir Fisch und Fleisch einfach zu gut schmeckten, um darauf dauerhaft zu verzichten.
Bis auf das Fahrradfahren zur Uni trieb ich keinen Sport. Als ich dann innerhalb Bielefelds umzog und die U-Bahn-Linie zur Uni fertiggestellt wurde, nahm auch das Fahrradfahren ab. Ich dagegen nahm zu. Erst etwas, weil ich Schokolade zur Belohnung für erfolgreiches Lernen machte. Dann deutlich mehr, als ich voll berufstätig wurde. Im weiteren Verlauf hatte allein der Gedanke an Sport keinen Platz in meinem Kopf. Zum einen, weil lange Pendelzeiten eine sportliche Tätigkeit am Feierabend nicht zuließen. Zum anderen, weil ich eine immer unsportlichere Figur bekam. Selbst das Schwimmengehen im Urlaub kam für mich nicht mehr in Frage, da ich mich für meinen Bauch schämte.
Ein paar Urlaube später löste ich das zumindest bei Urlauben an der Nordsee durch ein weites, fürs Schwimmen geeignetes T-Shirt. Wobei wir häufig dann Urlaub außerhalb der Badesaison machten.
Zum ersten Mal im Fitnessstudio
Jahre später. Der Umzug nach Emden führte bei mir zumindest dazu, wieder häufiger Fahrrad zu fahren. Am Gewicht änderte das freilich nicht wirklich etwas. Gesunde Vollkost bringt wenig, wenn man gerne Süßigkeiten isst. Vorzugsweise abends auf dem Sofa. Oder mindestens genauso schlimm, beim Programmieren am Rechner so nebenbei.
Vergangenen Herbst dann fing es langsam an, sich zu verändern. Zunächst wurde fermentiertes Gemüse fester Bestandteil meines täglichen Speiseplans. Nach Weihnachten dann ein wirklich radikaler Schritt. Ein völliger Verzicht auf Zucker. Bis zu diesem Sommer nahm ich dadurch, ohne irgendwelche anderen Änderungen an meiner Ernährung, rund 13 Kilo ab.
Der für mich logische nächste Schritt: der Gang ins Fitnessstudio. Spätestens mit über 50 Jahren beginnt beim Menschen der Muskelabbau, wenn man nicht aktiv gegensteuert. Im Sommerurlaub folgte dann die Anmeldung, für mich war es das allererste Mal in meinem Leben, dass ich ein Fitnessstudio betrat. Vorher bin ich nicht mal in die Nähe gekommen.
Sofern es zeitlich irgendwie schaffbar ist, bin ich mittlerweile jeden zweiten Tag im Fitnessstudio. Stück für Stück entwickelt sich ein ganz anderes Körpergefühl, ich fühle mich wacher und leistungsfähiger. Die dunkle Jahreszeit als Prüfstein steht noch bevor, aber ich hoffe, dass ich den Rhythmus genauso beibehalten kann wie das konsequente Aufstehen an jedem Wochentag um 5:30 Uhr.