Ein eigenes Projekt zum Gartenbau ist eigentlich nicht mein Ding. Manchmal führt aber kein Weg dran vorbei.
Der andere Gartenbau
Viele Katastrophen im Leben beginnen mit nur einem Satz: —žDas passt schon“. Im Kern steht der Satz für eine Fehleinschätzung. Man verkennt die Lage, die Zusammenhänge einer Situation oder was auch immer.
Als meine Frau und ich uns Ende vorletzten Jahres für das Haus entschieden, fanden wir es total klasse, dass es keinen Garten hatte. Eine schön gepflasterte Terrasse und der Rest bis hin zum Gartenhaus —” ebenfalls gepflastert von den Vorbesitzern. Das ist pflegeleicht, das passt schon.
Bei mir muss man immer berücksichtigen, dass ich mit einem sehr großen Garten aufgewachsen bin. Den könnte man nostalgisch-rückblickend verklären. Oder sich den nackten Tatsachen stellen. Ein großer Garten macht viel Arbeit. Viel Unkraut zu zupfen. Rasen mähen und Laub harken, wenn Mitschüler spielen gehen.
Ein Haus ohne Garten, passt schon. Dachte ich. Wenn man dann monatelang nur auf Pflastersteine aus dem Wohnzimmerfenster schaut, schwindet die Überzeugung. Ein wenig erinnert das dann an Gefängnishof —” nur ist der meistens größer.
Im Frühjahr riefen meine Frau und ich daher das Projekt Gartenbau aus. Eine Anfrage bei einem Landschaftsgärtner, der bei Nachbarn zu Gange war. Der sah sich die zu verändernde Fläche an, bekam von uns sogar ein KI-Foto mit unseren Vorstellungen.
Gehört haben wir dann nie wieder was von ihm. Über Monate tat sich entsprechend nichts bei unserem Projekt. Zum Glück haben wir überwiegend nette Nachbarn. Einer davon bot seine Mithilfe bei unserem Projekt Gartenbau an. Die letzten zehn Tage wurden die Steine rausgerissen, Boden ausgehoben und wieder Erde eingefüllt. Klingt komisch, aber der Aushub ist hier Schlick mit Muscheln —” was halt so vorkommt, wenn man an der Küste wohnt.
Emder Hafen
Apropos Küste. Neben dem Gartenbau habe ich mich in den letzten Tagen auch noch mit einem anderen Projekt beschäftigt. Der VHS-Fototreff plant für Anfang nächsten Jahres eine Ausstellung zum Thema —žMaritimes Emden“. Für die Motivsuche waren wir daher am vergangenen Mittwoch zu Wasser im Emder Hafen unterwegs. Der Himmel war mit schweren Wolken verhangen, was zusammen mit dem Licht für eine perfekte Kulisse sorgte. Einen Industriehafen bei strahlendem Sonnenschein zu fotografieren wäre erheblich langweiliger geworden.
Als ich am Wochenende dann den Inhalt der Speicherkarte mit den Fotos in Lightroom importierte, wurde mir dann klar, welche Aufgabe mir noch bevorsteht. Gut 882 Fotos müssen gesichtet, sortiert und bearbeitet werden —” allerdings nur das, was brauchbar ist. Bei meiner Art des Fotografierens gehe ich von der 10 Prozent-Quote aus. Maximal 10 Prozent der Fotos sind brauchbar. Das macht dann zwar noch immer etwa 80 Fotos, von denen dann vermutlich nur knapp die Hälfte dem entspricht, was ich für gut befinde. Davon dann eins für die Ausstellung auszuwählen, wird auch noch schwer genug, da ich von anderen Exkursionen auch noch Fotos habe.