Der Mensch bleibt Mensch. Und Herbert Grönemeyer bleibt sich und seinen Fans über Jahrzehnte treu.
4630 Bochum
Hoffentlich habe ich mit der Überschrift den richtigen Ton getroffen. Nicht nur eigentlich komme ich nicht aus dem Pott. Dort habe ich lediglich viele Jahre gearbeitet. Meine Wurzeln liegen am Niederrhein, aber für Platt hat es bei uns in der Familie nicht gereicht. Im Übrigen stammt unser heutiges Geburtstagskind auch nicht aus dem Pott, sondern aus Göttingen — Sturmfest und erdverwachsen, Niedersachsen. Allerdings ist er dann in Bochum, der Herzkammer des Ruhrgebiets, sozusagen aufgewachsen. Wobei das die Dortmunder vermutlich anders sehen.
Jedenfalls, der Herbert Grönemeyer wird heute 70 Jahre alt. Vermutlich ist es schon fast eine Untertreibung, wenn man schreibt, dass er mit seiner Musik das Leben vieler Menschen nicht nur aus dem Ruhrgebiet geprägt hat. Meins auf jeden Fall und wie erwähnt, ich komme nicht mal aus dem Pott. Für mich war der erste Berührungspunkt mit der Musik von Grönemeyer sein Album „4630 Bochum“. Nicht im Erscheinungsjahr 1984, denn mit gerade mal 13 Jahren hatte ich mit Musik nichts am Hut. Es dauerte tatsächlich sechs weitere Jahre, bis ich zum ersten Mal die Stücke auf dem Album hörte. Es war dann auch gleich meine zweite CD, die ich mir kaufte. Der titelgebende Song ist mehr oder weniger zu einer Hymne der Region geworden, was wohl seine anhaltende Beliebtheit ausmacht.
Ohne Schminke
Zur ungeschminkten Wahrheit gehört aber auch, dass ich mit Bochum noch mehr verbinde als die Musik von Grönemeyer. Das aber wäre ein ganz anderes Kapitel. Bleiben wir daher lieber bei der Musik. Wenn ich so meinen Musikbestand — den echten, nicht irgendwo bei einem Streaminganbieter — durchkämme, dann habe ich neben der bereits erwähnten CD noch „Chaos“, „Mensch“ und „12″. Gekauft habe ich „Chaos“ direkt im Erscheinungsjahr. Für das nächste Album, „Bleibt alles anders“, brauchte Grönemeyer dann aus Gründen fünf Jahre. Nicht nur dass ich persönlich dann schon ganz woanders war, sondern ich studierte in Bielefeld. Die anderen beiden Alben von Grönemeyer kaufte ich dann erst viel später und nach „1 nach 12″ riss mein Draht zu seiner Musik aus unerklärlichen Gründen ab.
Über seinen Geburtstag bin ich dann erst in der ARD-Mediathek gestolpert. Dort gibt es die sehenswerte Dokumentation „Grönemeyer – Alles bleibt anders“. In einer Szene taucht dann Paula Hartmann auf. Verdammt, die Frau kann singen. Wirklich beeindruckend, so dass man sich zwangsläufig fragt, warum Deutschland nicht so jemanden zum ESC schickt, statt sich mit lauwarmen Liedchen ständig zwei blaue Augen mit hinteren Platzierungen einzufangen.
Wie dem auch sei: Alles Gute zum Geburtstag! Ich nehme ihn zum Anlass, die Musik von Herbert Grönemeyer wieder für mich zu entdecken und Lücken in der Sammlung zu füllen.