Donald Trump hat sich von seinem Zahnarzt trotz seiner Vorlieben nicht die Zähne vergolden lassen. Anders als bei vielen deutschen Krankenversicherten wäre die Bezahlung der Behandlung für Trump kein Problem.
Präsident mit Triumphbogen-Bedarf
Anlässlich des 250. Unabhängigkeitstages will US-Präsidentendarsteller Donald Trump einen Triumphbogen in Washington errichten lassen. Natürlich mit Goldverzierung, vor allem richtig groß. Ganze 76 Meter hoch, umgerechnet in Fuß wären das 250, was, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, zumindest in der Zahl dem Anlass entspäche.
Bei aller berechtigten Kritik an dem Bauvorhaben können wir uns zumindest über eine Sache freuen: Immerhin wird es nur ein Triumphbogen und kein Phallussymbol. Das würde mehr Trump entsprechen, aber das traut er sich angesichts der Causa Epstein wohl dann doch nicht.
Mehr Positives gibt es aber dann doch nicht aus den USA zu berichten. Der Wahnsinn dort grassiert weiter. Gefährlich wird es für die Bürgerinnen und Bürger nicht nur auf den Straßen, wo die ICE-Schergen ihr Unwesen treiben. Auch im Gesundheitswesen bahnt sich eine Katastrophe an. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. setzt seinen Feldzug gegen Impfungen fort. Mit dem Ergebnis, dass in Texas derzeit die größte Masernepidemie seit den 1990er Jahren in den USA wütet – mit zahlreichen Todesfällen. Statt aber Kennedy dafür verantwortlich zu machen, geben Angehörige „Big Pharma“ die Schuld. Es klingt zynisch, aber wenn durch Masern ungeimpfte Schwurbler sterben, ist das frei nach Charles Darwin auch eine Art der natürlichen Selektion.
Genug aber vom US-amerikanischen Gesundheitssystem. Hier bei uns in Deutschland sieht es auch nicht wirklich gut aus im Gesundheitssystem.
Kommt ein Arbeitsloser zum Zahnarzt
Vergangene Woche hatte eine Gruppierung um die Lifestyle-Politikerin Gitta Connemann für Wirbel gesorgt mit der Forderung, Teilzeitbeschäftigung und telefonische Krankschreibungen abzuschaffen. Am Wochenende wurde dann die Forderung des CDU-Wirtschaftsrats bekannt. Deren „Agenda für Arbeitnehmer“ sieht neben massiven Streichungen im Sozialsystem auch die Privatisierung der Zahnarztrechnungen vor. Oder anders ausgedrückt: Zahnarztbehandlungen würden aus dem Katalog der von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlten Leistungen vollständig entfallen. Wer was an den Zähnen hat, müsste es dann aus eigener Tasche bezahlen. Frei nach dem Motto: „Wer nichts zu beißen hat, braucht auch keine Zähne.“
Den Besuch beim Zahnarzt als Luxus darzustellen ist schon ziemlich pervers. Es wird auch völlig unterschlagen, dass eine Zahnwurzelbehandlung nicht auf gleicher Stufe steht wie eine 14-tägige Kreuzfahrt durch die Karibik. Zur bedauerlichen Wahrheit gehört aber auch, dass man bereits heute den Sozialstatus an den Zähnen erkennt.
Mir ist meine Zahngesundheit etwas wert. Daher muss ich meine halbjährliche professionelle Zahnreinigung selber bezahlen. Gleiches gilt, wenn ich Kunststoff-Keramik-Füllungen statt Amalgam haben möchte. Machen wir uns nichts vor, Amalgam sieht nicht schön aus im Mund. Von den nach wie vor bestehenden gesundheitlichen Bedenken wollen wir erst gar nicht reden.
Aber genau wie beim Triumphbogen von Trump muss man das Positive sehen. Die formellen und informellen Arbeitskreise und Arbeitsgruppen der CDU machen es der SPD derzeit sehr leicht zu zeigen, warum es sich lohnt, sie zu wählen.