Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Eine Art Grönland-Abkommen würde und wird Donald Trump weder besänftigen noch bremsen. Eine nüchterne Erkenntnis.

Trump gibt den Mini-Hitler

Der Titel „Grönland-Abkommen“ ist eigentlich falsch. Zum einen, weil Grönland ein Land und keine Stadt ist. Zum anderen müsste es New-Yorker-Abkommen heißen, zumindest wenn man sich stärker am Original orientieren wollte. Im September 1938 trafen sich nämlich in München die Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien, um die sogenannte „Sudetenkrise“ vom Tisch zu verhandeln. Man traf sich weder in der Tschechoslowakei noch in Prag, sondern in einer Großstadt des Aggressors Deutschland.

Aber wer weiß das schon noch genau, um die Anspielung als Parallele zu Donald Trumps Grönland-Ambitionen zu erkennen. Aktuell lässt sich schwer abschätzen, wie die Sache mit Grönland weitergehen wird. Dafür sollten wir aber ziemlich genau wissen, was das Münchener Abkommen nicht konnte: Hitlers Gelüste zu befriedigen und einen Weltkrieg verhindern. Vielleicht ist es ja genau das. Ein Grönland-Abkommen wird Trump nicht bremsen. Eher ist das Gegenteil zu befürchten, ganz so wie bei kleinen Kindern, die die Grenzen ihrer Eltern austesten.

Allerdings braucht es schon etwas Phantasie, um sich ein Kindergartenkind mit folgender Aussage vorzustellen:

Dear Jonas: Considering your Country decided not to give me the Nobel Peace Prize for having stopped 8 Wars PLUS, I no longer feel an obligation to think purely of Peace, although it will always be predominant, but can now think about what is good and proper for the United States of America. Denmark cannot protect that land from Russia or China, and why do they have a „right of ownership“ anyway? There are no written documents, it’s only that a boat landed there hundreds of years ago, but we had boats landing there, also. I have done more for NATO than any other person since its founding, and now, NATO should do something for the United States. The World is not secure unless we have Complete and Total Control of Greenland. Thank you! President DJT

Im Klartext drückt Donald Trump gegenüber dem norwegischen Premierminister Minister Jonas Gahr Stoere damit aus, nicht mehr zum Frieden verpflichtet zu sein, weil man ihm den Nobelpreis verweigert hat und er deshalb auch berechtigt sei, sich Grönland mit militärischer Gewalt unter den Nagel zu reißen.

Illustration zum Grönland-Abkommen

Kaum hat man diese Meldung einigermaßen verdaut, kommt schon die nächste Verlautbarung des orangenen Kürbiskönigs. Als direkte Konkurrenz zur UN will Donald Trump einen sogenannten „Friedensrat“ gründen. Wer eine schlappe Milliarde Dollar bezahlt, dürfe dort unbefristet Mitglied werden. Laut tagesschau.de solle sich dieser Friedensrat um Krisen und Konflikte rund um den Globus kümmern.

Ganz ehrlich, bei so einem wie Donald Trump pflegten wir am Niederrhein eigentlich immer zu sagen, er sei als Kind zu heiß gebadet worden. Anders kann man sich so ein Verhalten nicht wirklich erklären. Bedauerlicherweise lohnt es sich auch nicht darauf zu hoffen, dass der liebe Gott ein Einsehen hat. Im Fall des Todes von Trump würde der US-amerikanische Vizepräsident JD Vance übernehmen.

Nachdem ich am vergangenen Wochenende einen Artikel über ihn in der Süddeutschen Zeitung gelesen habe, sind mir diesbezüglich auch die Illusionen genommen worden. Vance ist wie Trump, sogar noch schlimmer. Dazu ist er jünger, gesund, intelligent und auch frei von Altersdemenz.

Kommen wir zum Schluss noch zum Bild für den heutigen Text. Meine ursprüngliche Idee war es, mit KI in ein Foto vom Münchener Abkommen das Gesicht von Trump an die Stelle von Hitler setzen zu lassen. Nach mehreren Versuchen gelang es mir dann genau einmal, die Zensurfunktion der KIs zu überlisten. Heraus kam ein gerade mal passables Ergebnis. Dass ich das jetzt in Photoshop bis zur Unkenntlichkeit verfremdet habe, liegt an einem simplen Grund. Eine lebenslange Facebook-Sperre würde ich noch in Kauf nehmen, aber am hellichten Tag von eigens nach Deutschland eingeflogenen ICE-Beamten erschossen zu werden, ist mir dann doch zu riskant.

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