Das weiße Zeug draußen nervt genauso wie Provider mit merkwürdigen Umstellungen. Höchste Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen.
Weiße Weihnachten
Das zurückliegende Wochenende hat mich in vielerlei Hinsicht eine Menge Nerven gekostet. Durch den massiven Wintereinbruch sind zwei unserer elektrischen Rollos in Mitleidenschaft gezogen worden. Eines davon wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Reparatur nötig haben. Zudem hat der Frost eine Fliese der Treppe zu unserer Eingangstür abgesprengt und unsere übereifrige Nachbarin hat diese beim Schneeschippen im Dunkeln zusammen mit dem Schnee irgendwo entsorgt.
Apropos Schneeschippen. Ich weiß schon nicht mehr, wie oft ich in den letzten Tagen draußen war, um meiner Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Bei einem Haus in zweiter Reihe und einer sehr langen Auffahrt bis zur Haustür ist das alles andere als lustig. Vermutlich werde ich mir künftig nie wieder weiße Weihnachten wünschen, sondern über 10 Grad plus an Heiligabend froh sein.
Immerhin haben meine Frau und ich es trotz der Wetterbedingungen noch geschafft, uns rechtzeitig mit dem Wocheneinkauf einzudecken. Als Fahrradfahrer ist das alles andere als einfach.
Aber genug vom Schnee. Die letzten beiden Tage habe ich mit einem Umzug verbracht. Nein, ich wohne nach wie vor mit meiner Frau zusammen. Es war ein digitaler Umzug. Nach vielen Jahren bei DomainFactory war es an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen.
DomainFactory wünscht sich einen Schlussstrich
Bereits im Herbst bereitete mir die Umstellung der E-Mail-Konten auf Microsoft 365 Online Business Essentials-E-Mail Bauchschmerzen. Mit einem Mal kostete jedes E-Mail-Konto 0,99 Euro. Da ich nur eines wirklich aktiv nutze, konnte ich das noch verschmerzen. Weniger lustig fand ich dann, dass eingerichtete E-Mail-Weiterleitungen auf 10 Mailadressen beschränkt waren.
Aber gut, nach dem Motto „Never change a running horse.“ konnte ich mich auch damit arrangieren. Bis dann vor Weihnachten die Umstellung der technischen Domainverwaltung auf cPanel erfolgte, ebenfalls verbunden mit einer weiteren Preiserhöhung.
Bisher war die gesamte Verwaltung der Domaineinstellungen komfortabel und aus einem Guss. Was vorher schnell ging, zum Beispiel der Zugriff auf phpMyAdmin aus dem Kundeninterface, ist jetzt ein mehrstufiger Prozess. Einloggen in das Kundeninterface. Wechsel auf cPanel Webhosting und dann Wechsel zu cPanel-Administration. Das sind dann drei geöffnete Browsertabs. Dann Aufruf von phpMyAdmin, ein viertes Tab geht auf.
Die cPanel-Administration selbst empfinde ich als mächtig, als zu mächtig. Und das sage ich als jemand, der seit über 20 Jahren mit dem Kram zu tun hat — auch beruflich.
Zusätzlich waren die Ladezeiten der Seite alles andere als optimal, es gab im Google-Reporting immer wieder Ausfälle mit 500er-Fehlern und Google Site Kit lief im Backend von WordPress nicht richtig. Über Weihnachten schob ich die Probleme erstmal auf, dachte auch noch nicht an einen Schlussstrich.
Merkwürdiges Preisgefüge
Zum Jahresbeginn stand dann bei mir wieder die Verlängerung des SSL-Zertifikates für den Blog an. In der Vergangenheit war das immer wieder anders. Mal gab es ein kostenloses SSL-Zertifikat, dann sollte es 2,99 € pro Monat kosten, aktuell heißt es, ab einem bestimmten Tarif seien die Zertifikate mit im Preis enthalten.
Bei anderen Providern ist das transparenter. Es gibt für alle Domains kostenlose Let’s Encrypt Zertifikate oder man kann jeweils ein kostenpflichtiges Zertifikat nehmen. Ganz so, wie wir es bei uns in der Agentur auch anbieten.
Schaut man sich die aktuellen Tarife an, haben die Ähnlichkeiten zu den alten Mobilfunkverträgen — Laufzeit zwei Jahre, allerdings ohne Handy und nur mit einer .de-Domain inklusive kostenlos, allerdings nur für die ersten 12 Monate. Wühlt man etwas, kann man durchaus einen Vertrag mit monatlicher Kündigung abschließen, dann aber ohne den großzügigen 10 % Rabatt.
Im Übrigen wirbt DomainFactory bei seinen Tarifen mit „Einfache Verwaltung mit cPanel“:
cPanel-Hosting ist eine beliebte Wahl, da es die Verwaltung Ihres Webhostings sehr intuitiv macht. Mit cPanel können Sie mühelos neue Websites, E-Mail-Konten und andere Online-Dienste erstellen. Es ist ein weit verbreitetes Control Panel mit vielen Funktionen. Daher ist es ideal für Anfänger und Personen ohne technische Kenntnisse.
Das kann nur ironisch gemeint sein.
Für mich war es daher dann soweit, den Schlusstrich zu ziehen. Bei zwei von drei Domains ging der Wechsel problemlos über die Bühne. Eine Domain (thomas-boley.de) zeigt per A-Record auf die Adobe Cloud, also ganz einfach. Zumindest wenn der neue Provider (dazu später mehr) auch die Verwaltung von DNS-Einträgen zulässt. Bei der Domain fototreff-emden.de handelt es sich um eine WordPress-Installation, die ich vor knapp einem Jahr aufgesetzt hatte. Der Umzug ging mit der kostenlosen Version von Duplicator problemlos. Mit dem Tool zur Datenübertragung des neuen Providers leider nicht, weil DomainFactory in den Verzeichnissen eine ganze Menge Schrott drin hat und darüber hinaus auch keinen direkten Zugriff auf die Datenbank ermöglicht.
Wirklich alte WordPress-Installationen
Kommen wir aber zum Sorgenkind, was mich auch in der Vergangenheit davon abgehalten hat, einen Wechsel nur in Erwägung zu ziehen. Meine WordPress-Installation ist fast 23 Jahre alt. Das umfasst etwa 10 GB an Daten und 250 MB an Datenbankinhalten. Mit kostenlosen Backup-Tools kommt man da nicht weit. Leider auch nicht mit Bordmitteln. Zwar konnte ich über die Verwaltung bei DomainFactory ein Backup herunterladen, das ließ sich aber nicht funktionsfähig einspielen. Grund dafür ist eine wilde Mischung der Datenbank-Kollation: latin1_swedish_ci, utf8_unicode_ci, utf8mb3_general_ci und Zeichen, die mal in UTF-8 und mal in latin1_swedish_ci in den Tabellen mit latin1_swedish_ci-Kollation standen.
In der wp-config.php wurde zudem define('DB_CHARSET', 'latin1'); gesetzt, damit im Frontend die Ausgabe passte.
Bei einem manuellen Einspielen sah zwar alles korrekt aus, aber jede Änderung im Backend führte zu einem Crash und 500er-Serverfehler. Gelungen ist es am Ende dann mit Duplicator Pro und Better Search Replace im Nachgang, um die Umlaute zu ersetzen. Zudem musste ich einige Elementor-Templates nochmal neu speichern, da die CSS-Einstellungen zwar angezeigt, aber nicht im Frontend dargestellt wurden.
Und wie war euer Wochenende so?
Der neue Provider
Stellt sich dann abschließend noch die Frage, wohin ich jetzt gewechselt bin. Nach intensiver Recherche fiel meine Wahl auf ALL-INKL.COM. Von den Leistungen konnte ich mich im Rahmen eines kostenlosen Testaccounts überzeugen und entschied dann noch vor Ablauf der Testphase, dass dies mein neuer Provider sein würde. Saubere Verwaltung aller Leistungen, DNS-Einstellungen möglich und kostenlose E-Mail-Konten. Dazu eine ganze Reihe von nützlichen Features und selbstverständlich Let’s Encrypt für alle Domains — in dem von mir gewählten Tarif sind sogar 10 .de-Domains inklusive.
Das mit dem 24h-Support ist dabei ernst zu nehmen, wovon ich mich am Samstag selber überzeugen konnte. Die Mitarbeiterin am Telefon war extrem kompetent, vielen Dank nochmal an dieser Stelle.
Ein weiteres großes Plus durch den Wechsel: Meine Website ist schneller geworden, obwohl ich nichts an der Programmierung geändert habe. Trotz des sehr stressigen Wochenendes hat es sich alles in allem gelohnt, einen Schlussstrich unter meine Zeit bei DomainFactory zu ziehen.